Elon Musk soll der erste Billionär sein, so lauteten die Schlagzeilen nach dem Börsengang von SpaceX. Ich teilte auf X meine Meinung, dass kein Mensch so reich und mächtig sein sollte – und erntete einen Shitstorm.
Der Stein des Anstoßes war eine einfache Feststellung. Zugegebenermaßen war diese nicht begründet, weil ich nicht dachte, dass es einer Begründung hierfür bedürfe. Es sollte doch eigentlich nach den Erfahrungen der Coronakrise klar sein, wohin derartig akkumulierte Macht führen kann. Aber dem ist nicht so. Der Beitrag erntete über 900 (!) Kommentare*. Darunter waren sehr viele Accounts, die in der Coronazeit kritisch waren. Manche kenne ich auch persönlich.
Ich finde die Reaktionen zugegebenermaßen bestürzend. Der Großteil der Reaktionen war, dass mir vorgeworfen wurde, neidisch zu sein. Das Wort „Neidhammel“ tauchte mit am Häufigsten auf. Wer mich kennt, weiß, dass mir Geld und Einfluss anzuhäufen widerstrebt und dass ich keinem Idol nacheifere. Ich weiß, wer ich bin und was ich leiste. Mir könnte die Kritik egal sein. Ein Großteil der Kommentatoren bekommt vermutlich weitaus weniger auf die Kette. Gleichwohl widerspreche ich immer dort, wo der öffentliche Debattenraum angegriffen wird und das ist hier der Fall, wenn ad hominem beleidigt und herabgesetzt wird. Ich habe dies als ebenso massiv empfunden wie in der Coronakrise. Es ist auch sachlich schlichtweg hanebüchen und so voller Widersprüche, dass auch dies an die Coronakrise erinnert. Wer in einer Ideologie gefangen ist, scheint nicht über den Tellerrand blicken zu können und alles wegzubeißen, was den eigenen Glauben antastet.
Ich halte die Ansicht, es könne lediglich Neid sein, die zu Kritik an Milliardären – und jetzt sogar Billionären – führt, für einen gewaltigen Vorstellungsnotstand. Sehr viele Menschen scheinen sich nicht vorstellen zu können, um welche Dimensionen von Reichtum es sich hierbei handelt. Das hat nichts mit einem Vermögen von ein paar Millionen zu tun. Eine Vorstellung davon kann man mit dieser Veranschaulichung bekommen. Inhaltlich habe ich mich jedoch in der Folge gar nicht so sehr mit Musk und meiner Meinung über ihn beschäftigt. Das haben andere schon hinreichend gemacht (hier nur ein Beispiel). Stattdessen habe ich die Widersprüche und den Umgang miteinander thematisiert, was aber die meisten nicht verstanden haben, sondern – wie geschrieben – als Neid abtaten. Also bitte, als ob ich auf flegelhaftes Benehmen und Zerstörer des Debattenraums neidisch wäre! Komplett verhoben hat sich ein Blog namens sciensfiles, der unter Bezug auf meinen Tweet alles sehr seicht und ohne jedes Verständnis auf eine Neiddebatte von „links“ reduziert und dabei bereits im Titel meint, sich philosophisch zu betätigen. Wie Liebe zur Weisheit aussieht, kann man hingegen bei der Philosphin Gewndolin Walther-Kirchhoff nachlauschen, die ich zufällig an dem Tag gehört hatte. Der Blog hingegen liebt wohl weder Weisheit, noch Wahrheit und ist nicht einmal journalistisch tätig, sonst hätte er gefragt, wie das gemeint sein könnte und nicht sein begrenztes Denken mit allerlei Zitaten von Philosophen geschmückt, wobei bezweifelt werden darf, dass deren tieferer Sinn und deren Werke verstanden wurden.
In meiner damaligen Blase aus Linken und Grünen war ich 2020 der Paria, weil ich Gates kritisierte. Das kam unerwartet. Hier geschieht gerade dasselbe, weil ich unter allen Oligarchen den Namen Musk erwähnt habe. Das war hingegen erwartbar. Der Unterschied: Meine ehemaligen Mitstreiter hatten wenigstens bis 2020 verstanden, dass Macht, Konzerne und Oligarchen ein Problem sind. Wer sich erst 2020 politisiert hat, weil er es unerhört fand, dass in seine kleine Freiheit hineinregiert wird und er sich eine Maske aufziehen soll, sieht in Macht kein Problem, solange sie ihn nicht spürbar betrifft und es ist egal, solange die Auswirkungen andere treffen. So zumindest mein Eindruck.
„Ja, aber“ kam postwendend der Einwand, das seien ja die Staaten, die einen zwingen. Mächtige würden das ja nicht tun. Man staunt nicht schlecht. Ein Großteil von denen dürfte Clanstrukturen kritisieren und weiß auch, was Mafia ist. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass selbst auf einer solchen Ebene Zwang möglich ist. Man könnte auch auf die Idee kommen, Staaten als Geldeintreiber für Oligarchen zu sehen. Wie sollte es denn besser funktionieren, den Menschen Geld abzupressen, um es nach oben umzuverteilen, wo es fröhlich vor sich hinakkumuliert und mehr Macht generiert? Man könnte nach den letzten gigantischen und teils noch laufenden Umverteilungsaktionen namens Corona, Ukraine und Klima fast meinen, dass das der eigentliche Zweck von Staaten sei. Ähnlichkeiten zu Mafiapaten, die ihre gewalttätigen Geldeintreiber losschicken, tun sich jedenfalls für die auf, die ständig „Steuern sind Raub“ schreien, es aber gleichzeitig feiern, wenn diese Steuern bei ihrem Helden landen. Das passt ganz offensichtlich nicht zusammen.
Mit Feudalherrschaft sollte ebenfalls jeder etwas anfangen können, der in Geschichte aufgepasst hat. Den Staat mit seinem Gewaltmonopol kann man durchaus als Problem sehen. Wer aber sein Heil in Oligarchen und deren Plänen sucht, dürfte zum Großteil überrascht sein, welche Stellung ihm innerhalb von deren Privatstädten zukäme – falls ihm überhaupt Einlass gewährt würde. Es geht nicht um Musk. Es geht um Macht. Demokratie wurde eingeführt, um Macht einzuhegen. Wir leben nicht in einer Demokratie, sondern in einer Possessivdemokratie, deren Eigentümer und fliegende Affen auch ganz offen mit einem besitzanzeigenden Fürwort von „unserer Demokratie“ sprechen. Man könnte sich die Frage stellen, warum denn Zwang ausgeübt wird, sich modRNA spritzen zu lassen und die Wirtschaft wegen „Klima“ abzuwracken. Es scheint eine Menge Menschen in der „kritischen“ Blase zu geben, die denken, die Regierungen der gesamten Welt seien gleichzeitig auf diese Ideen gekommen. Menschen, die hinter die Kulissen blicken, sehen ein Netzwerk der Macht aus selbsternannten „Philanthropen“ und deren Think Tanks, nGOs und Lobbyorganisationen.

Macht ist ein Problem. Immer. Egal wer sie ausübt. Es ist ein universelles Thema. Musk ist oben. Nun könnte man dagegen halten, dass Musk ja nur Gutes tue und man auf die Taten schauen müsse. Das tue ich und ich finde es beispielsweise gar nicht so gut, dass er mit zigtausenden Satelliten im Weltall ein gigantisches Überwachungs-, Strahlungs- und Kriegsnetzwerk aufbaut. Wer hat ihn dazu überhaupt legitimiert? Wenn die Bösen alle Gemeingüter tokenisieren und Wald, Luft und Wasser einen Preis geben wollen, um noch reicher und mächtiger zu werden, findet man das wohl eher nicht so gut. Wenn aber der Gute Elon dies tut, soll er ein schneidiger Unternehmer sein?
Aber nehmen wir einmal an, Musk tue Gutes. Was geschieht mit dem gigantischen Vermögen, wenn er stirbt? Was machen die Erben? Haben die Menschen wirklich so wenig verstanden, was man mit diesem Reichtum anfangen kann? haben Sie vergessen, wozu die Rockefellers oder Gates im Stande sind? Die Einwände darauf waren an Absurdität kaum zu überbieten. Musk sei Unternehmer und habe sein Geld in der Realwirtschaft gemacht im Vergleich zu Vorgenannten. Diese Menschen scheinen keine Verbrennerautos zu kennen und nicht zu wissen, womit die angetrieben werden und wer damit sehr, sehr reich wurde. Auch die meistgenutzte Bürosoftware scheint diesen Menschen nicht bekannt zu sein. Eine weitere „Kritik“ wird ebenfalls gerne ad hominem geäußert wird, ist, dass man (als erfolgreicher Unternehmer) keine Ahnung von Wirtschaft habe und in Sachen Finanzen Nachhilfe benötige. Schließlich habe Musk das Geld nicht auf dem Konto liegen. Vielmehr sei es investiert. Glauben diese Leute ernsthaft, dass Bill Gates sein Geld in einem Speicher hat wie Dagobert Duck? Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Weiter geht es im Reigen der Marktreligiösen. Der Markt regle und belohne Musk. Ich habe also gelernt, dass der militärisch-industrielle Komplex dieser sagenumwobene Markt ist, der regelt. Das ist interessant. Man könnte ja fast geneigt sein, von Korporatismus zu sprechen, wenn Konzerne und Staaten so zusammenarbeiten, was ein anderes Wort wäre für Faschismus. Aber das ist natürlich absurd, denn Musk ist ein Guter. Faschismus machen immer die anderen. Davon kann jedes Brandmaurerbündel aus Coronistan ein Lied singen. Wobei es ja irgendwie stimmt, dass der MIK regelt. Ich dachte nur nicht, dass das der Markt ist, den die Marktreligiösen meinen. Seit Gaza finden viele diesen Markt aber umso geiler, weil er mit der Staatsmacht, die sie ja abzulehnen vorgeben, einen Vernichtungsfeldzug führt. Nix passt da zusammen. Wirklich gar nichts. Man kann im nicht zionistischen Teil der „aufgewachten“ Blase (also dem kleineren) Gates kritisieren, die Rockefellers, Schwab, Soros und wie sie alle heißen. Kritik an ihrem Gott Musk wird hingegen bestraft wie von Islamisten Kritik an Allah oder von Coronazis an der Spritze. Ich sehe wirklich keinen Unterschied. Den anderen haben sie Indoktrination oder gar eine Massenpsychose unterstellt. Sich selbst hinterfragen sie nicht, sondern greifen das Gegenüber ad personam an und werten es ab. Alles wohlbekannt.
Ganz häufig trifft man binäres Denken an – 0 oder 1. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Wenn ich Oligarchen kritisiere, bekomme ich als Antwort, dass der Staat ja auch schlimm sei. Warum, ich das denn nicht sehe – wobei ich einer der wenigen bin, die mit Klarnamen an allen Machtstrukturen Kritik üben. Den Gipfel erklimmen die Binärdenker, wenn als Alternative zu Transhumanismus und gechipten Menschen angeführt wird, ohne dies würde man wieder in einer Höhle leben.
Dabei denke ich, dass genau das Aufbrechen dieses binären Denkens wichtig wäre und sich die Frage zu stellen, wie wir leben wollen. Wie soll das alles organisiert werden? Wer darf wieviel haben und wer entscheidet das? Und wer entscheidet, wer entscheidet? Brauchen wir noch mehr für ein gutes Leben? Brauchen wir 5G, 6G, 7G? Und was ist mit der Freiheit der Menschen, die dies nicht wollen, aber gezwungenermaßen verstrahlt und überwacht werden? Mir ist schon klar, dass es immer jemanden geben wird, der macht, was möglich ist. So scheint der Mensch nun einmal zu sein. Der Mensch kann aber auch anders. Ich möchte dafür werben, über Alternativen nachzudenken, bevor man verheerende Fehlentwicklungen wie zuletzt die genetischen Impfstoffe als Fortschritt verkauft. Die Wahl ist nicht, eine Höhle zu bewohnen oder DDT einzusetzen, was auch einmal als Fortschritt gepriesen wurde, gigantische Schäden angerichtet hat und noch Jahrzehnte nachdem man den Fehler eingesehen hat, nicht mehr aus der Welt zu bekommen ist. Es gibt sehr viel dazwischen.
Wer mich bei meiner Arbeit unterstützen möchte, findet unter diesem Link ein paar Möglichkeiten zur Auswahl. Vielen Dank!
(Titelbild Screenshot)
*Nachtrag: Viele Kommentare habe ich ausgeblendet. Zudem habe ich eine Reihe weiterer Beiträge abgesetzt. Zusammen haben die Kommentare die Tausendermarke weit überschritten.
