Seit Tagen gibt es eine Diskussion in den sozialen Medien, ob der Fischbrunnen ein Kreislaufsystem ist oder mit Frischwasser versorgt wird. Mit diesem Artikel möchte ich die Diskussion versachlichen, für Aufklärung sorgen und mahnend den Finger heben. Vorab: Es ist kein Kreislaufsystem mit Umwälzanlage.
Zu Recht wird die Stilllegung und Abdeckung des Fischbrunnens in München als Symbolpolitik gebrandmarkt. München hat keinen Wassernotstand. Die Begründung für die Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt München trägt nicht, sie ist sogar widersprüchlich und aus meiner Sicht rechtswidrig, weshalb ich dagegen beim Verwaltungsgericht München klage. Das berührt den Kern und die Frage, ob die Stadt München unwidersprochen derart willkürlich handeln und erneut Angst schüren darf. Aus meiner Sicht natürlich nicht und erst recht nicht nach den verheerenden Erfahrungen aus der Coronakrise.
Es spielt aus meiner Sicht keine sonderlich große Rolle, wie der Fischbrunnen in München funktioniert. Was eine Rolle spielt ist die Symbolik. Zudem sehe ich die Empörung, die von Kritikern geäußert wird, selbst zum Teil sehr kritisch. Es gibt in den sozialen Medien sehr viele Kommentare und offensichtliche KI-Texte und Bildchen, die behaupten, es würde sich beim Fischbrunnen um ein Umwälzsystem handeln. Daher wäre es reine Symbolpolitik, diesen Brunnen stillzulegen. Auf den Wasserverbrauch habe das kaum Auswirkungen. Andere berichten, es handle sich um einen Trinkwasserbrunnen.

Die Diskussion hierüber ist im Gesamtkontext nachrangig und folgt lediglich dem Empörungsmanagement, das von wesentlichen Fragestellungen ablenkt.
Der Brunnen ist, egal wie er betrieben wird, ein sichtbares und medial darstellbares Symbol für ein Problem, das es so nicht gibt, das aber Angst schüren und Folgebereitschaft herstellen soll – vergleichbar mit Bergamo oder mit Masken. Das ist der verwerfliche Kern.
Es geht um Wasser, was ebenso lebensnotwendig ist, wie die Luft zum Atmen. Da kann man hervorragend mit der Angst spielen, was im World Economic Forum auch erkannt wurde, weshalb man eine Wasserkrise gegenüber einer Klimakrise bevorzugen solle. Das verstünden die Menschen besser, so die Lieblingsökonomin des Grünen Robert Habeck, Mariana Mazzucato auf der Pressekonferenz des WEF im Jahr 2022. Es wäre daher verwerflich, wenn hier vom grünen Oberbürgermeister Dominik Krause mit der Angst gespielt würde, um bestimmte Ziele zu erreichen. Darauf sollte sich die Diskussion konzentrieren.
Bedauerlicherweise konzentrieren sich viele auf die Diskussion der Versorgung des Brunnens und verbreiteten Desinformation und vertrauen dabei unter Aufgabe eigenen Denkens einer KI – wobei selbst hier die Antworten unterschiedlich ausfielen, je nachdem, welche KI benutzt wurde und das nachplapperte, was sie wohl vermehrt im Netz vorfand. Ich habe daher bei der Stadt München angefragt, um diese leidige Diskussion zu beenden, damit der Fokus auf Wesentlicheres gelenkt werden kann. Nach mehreren Erinnerungen habe ich die folgende Auskunft erhalten:
„Von den 200 Zierbrunnen im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt München sind 62 Anlagen mit Umwälzanlagen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs ausgestattet. Einmal eingespeistes Trinkwasser wird dabei durch z.T. aufwändige Pumpen- und Steuertechnik in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder verwendet und nur Verluste, z.B. durch Verdunstung, müssen nachgespeist werden. Das Wasser wird dabei kontinuierlich aufbereitet, entkalkt und keimfrei gehalten. Nach 4 – 5 Wochen muss das aufbereitete Wasser ausgetauscht und der Brunnen gereinigt werden. Die Technik dafür bedarf einer eigenen Räumlichkeit, der sogenannten Brunnenstube. Die Brunnenstube, die einem zugänglichen größerem Kellerraum ähnelt, muss in unmittelbarer Nähe des Brunnen Platz finden. Zum wassersparenden Betrieb von Brunnen sind Umwälzanlagen sehr effektiv. Daher baut das Baureferat-Gartenbau neue Zierbrunnen grundsätzlich mit Umwälzanlagen. Allerdings ist die Nachrüstung bestehender Brunnen aufwändig, langwierig und teuer. Zudem ist die Nachrüstung von Umwälzanlagen an bestehenden Brunnenanlagen aufgrund von nur selten gegebener Flächenverfügbarkeit zur Unterbringung der notwendigen Brunnenstube oftmals nicht möglich. So auch am Fischbrunnen am Marienplatz, der oberhalb der Zubringerunterführung zum Sperrengeschoss der U-Bahn sowie im Bereich verlegter Sparten (Erschließungstrassen) liegt.
Der Fischbrunnen wird daher schon seit jeher mit Frischwasser, bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 130 m³ betrieben.“
Ich hoffe, dass ein wenig Nachdenken darüber einsetzt, wie man kommuniziert. Niemandem wäre geholfen, wenn für Klicks Desinformation verbreitet würde. Mir wurde jedoch auf entsprechende Hinweise entgegnet, dass es scheißegal sei, wenn man Desinformation verbreite, weil sich ja die Gegenseite auch daneben benehme.

Der Desinformation verbreitende Ausgangstweet wurde bislang über 170.000 Mal gesehen, bei über 8.000 Likes und über 2.200 Retweets. Es steht zu vermuten, dass damit Geld verdient wird. Das halte ich für untragbar und das ist der eigentliche Kern des Artikels. Man könnte aus der Coronakrise gelernt haben, wie leicht auch noch so berechtigte Kritik weggewischt werden kann, wenn man sich so verhält. Die Transfektion mit genetischen Impfstoffen dürfte der verheerendste Medikamenteneinsatz in der Geschichte gewesen sein. Gleichwohl glaubt man den Opfern nicht und verweist als Begründung darauf, dass ein Michael Wendler einmal gesagt habe, alle Geimpften würden zum 30.09.21 versterben. Mit dieser hanebüchenen Behauptung eines Schlagersängers wird alle noch so valide Kritik im Keim erstickt. Man muss diese Leichtgläubigkeit der Masse leider konstatieren, auch wenn es absurd ist, dass so viele Menschen einen Schlagersänger offensichtlich für einen belastbaren Experten für Fragen der Sicherheit genetischer Impfstoffe halten. Aber das ist ein anderes Thema. Die Menschen glauben in der Masse lieber einem Lügner, der behauptet, die Impfung (die keine ist) sei nebenwirkungsfrei.
Die verheerenden Folgen kann jeder sehen, der die Augen aufmacht. Aus diesem Grunde muss Kritik möglichst sachlich und belastbar geäußert werden. Sie sollte sich zudem auf das Wesentliche konzentrieren. Und das Wesentliche ist, dass erneut mit einem Notstand gearbeitet wird, wo keiner ist. München hat damit Erfahrung und ich bin leider daran nicht ganz unbeteiligt. Ich sehe mich als einen der (wenn nicht gar den) Hauptverantwortlichen dafür, dass München den Klimanotstand ausgerufen hat und bereue mittlerweile meine Naivität. Unter anderem darüber habe ich mit Michael Meyen im Interview gesprochen. Wasser ist für mich ein sehr hohes Gut und ich gehe sorgsam damit um. Das ist aber nicht das Thema. Noch einmal soll es mir nicht passieren, dass ich mit nicht belastbaren Behauptungen antidemokratisches Verhalten unterstütze. Damit haben wir es beim Münchner „Wassernotstand“ aus meiner Sicht allerdings zu tun. Nach den Erfahrungen mit Klimanotstand und Coronakrise ist für mich klar: Hier muss man von Anfang an intervenieren. Aber bitteschön glaubwürdig.
Wer meine Arbeit finanziell unterstützen möchte, findet unter diesem Link ein paar Möglichkeiten zur Auswahl. Vielen Dank!
(Titelbild: Bildschirmfoto TZ)
Nachträgliche Anmerkung: Ich habe unterhalb der KI-generierten Grafik ergänzt, dass dies eine Falschdarstellung ist. Dieses Bild ist wie auch viele Screenshots von KIs, die ein Kreislaufsystem behaupten, oft geteilt worden. Ebenso wurden auch KI-Bilder geteilt, die wohl eher zufällig richtig lagen. Man könnte dies als lehrreiches KI-Bullshit-Bingo bezeichnen. Weil auch die Grafik im Artikel falsch aufgefasst wurde, habe ich zudem gleich im Teaser richtiggestellt, dass es sich nicht um ein Kreislaufsystem handelt.
